BUNDjugend Bremen - ...und jetzt noch die Erde retten!

Umweltschützer fordern geschlossene Ladentüren

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Von Myriam Apke

„Tür zu! Auch wenn Weihnachten vor der Tür steht.“ Das haben gestern Mitglieder der BUND-Jugend Bremen von Geschäftsleuten in der Bremer Innenstadt gefordert. Sommerlich gekleidet in grünen T-Shirts und kurzen Hosen wollten die jungen Umweltschützer auf Energie- und CO 2 -Verschwendung durch offene Ladentüren aufmerksam machen. „Wir möchten mit unserer Protestaktion Druck auf die Geschäftsführungen ausüben, damit sie die Türen geschlossen halten“, sagte Malte Matzen, stellvertretender Landesjugendsprecher des BUND Bremen.

Die Aktion beruft sich auf eine Studie der Universität Cambridge, wonach geschlossene Ladentüren eine Energie- und CO 2 – Ersparnis von bis zu 50 Prozent ergeben. „Unsere Veranstaltung ist Teil der Close-the-Door-Initiative, die ursprünglich aus Großbritannien stammt“, sagte Matzen.

BUND Aktion in der Bremer Innenstadt zum Thema Heizkosten, bzw. verschwendete Energie - Aktivist Jan-Hendrik WilkensMit selbst gemachten Pappschildern, auf denen die Forderungen der „Tür zu“-Aktion zu lesen waren, stellten sich die BUND-Mitglieder zunächst vor die Parfümerie Douglas in der Obernstraße und verteilten Flyer. Danach protestierten sie auch noch vor der Buchhandlung Thalia und dem Schuhgeschäft Deichmann. „Wir haben in der Obernstraße über 40 Geschäfte gezählt, die ihre Türen offen haben. Nur 14 halten die Tür geschlossen“, berichtete Matzen. Die Geschäftsführungen seien der Meinung, dass offene Türen einladender auf die Kunden wirkten, doch das sei ein Irrtum. Im November dieses Jahres haben die Mitglieder des BUND eine Umfrage in der Bremer Innenstadt gestartet, bei der sie nach eigenen Angaben mehr als 100 Kunden um ihre Meinung baten. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich 90 Prozent der Kunden nicht durch geschlossene Ladentüren von ihrem Kauf abhalten lassen“, sagte Matzen. Außerdem hätten es fast alle Befragten gut gefunden, wenn die Türen zum Zweck der Energieersparnis geschlossen würden.20131214_BUNDjugend_Tuer_zu_03
„Die Türen zu schließen, ist sicher sinnvoll, aber dadurch werden nicht 50 Prozent Energie gespart“, sagte Klaus-Dieter Clausnitzer, Mitarbeiter des Bremer Energie Instituts. „Tür auf heißt nicht automatisch, dass Wärme entweicht.“ So gebe es beispielsweise Türschleieranlagen, die verhindern, dass die Wärme aus den Geschäften verloren geht. „Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, um Energie zu sparen. Zum Beispiel gutes Schaufensterglas oder eine effiziente Beleuchtung durch LED-Lampen“, sagte Clausnitzer.
„Uns geht es darum, Aufmerksamkeit für das Thema zu gewinnen“, so Matzen. Deswegen wolle man im Januar einen Brief an alle Geschäfte schicken, deren Türen offen stünden.

Quelle: Weser-Kurier vom 15.12.2013; http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Umweltschuetzer-fordern-geschlossene-Ladentueren-_arid,735210.html

Hier der Beitrag bei buten un binnen: Tür zu in der Innenstadt

© Foto Mitte: Frank Thomas Koch